Wie entsteht Sympathie? – Schülerinnen und Schüler beim Hirnforschungstag in Jülich

Von Tina Wittlinger

Als Abschluss des Halbjahresthemas „Neurobiologie“  im Fach Biologie kam uns der Hirnforschungstag in Jülich am 29. Januar 2015 sehr gelegen. Um 7.22 Uhr starteten wir mit der Rurtalbahn ins Forschungszentrum Jülich. Leider war der Bus in Jülich überfüllt, so dass einige Schüler den Weg zu Fuß antraten. Jedenfalls saßen wir um 8.30 Uhr im Gebäude 04.7 im großen Hörsaal in Erwartung der Dinge, die da kommen würden.
Initiiert wird der Hirnforschungstag seit 15 Jahren vom Haus Overbach. Dort hat man vor Jahren nach einem Thema gesucht, das interdisziplinär beleuchtet werden kann. Die  Hirnforschung bietet sich an, weil sie aus  biologischer, physikalischer, medizinischer und erziehungswissenschaftlicher Sicht betrachtet werden kann.

Drei Schulen aus dem Kreis Düren hatten sich erfolgreich um die Teilnahme am JuLab-Projekt beworben.

Drei Schulen aus dem Kreis Düren hatten sich erfolgreich um die Teilnahme am JuLab-Projekt beworben.

So begann der inhaltliche Teil mit drei Vorträgen von Schülern aus der Q1 aus Overbach. Dabei ging es um bildgebende Verfahren (physikalisch), das Krankheitsbild Epilepsie (biologisch, medizinisch) und Möglichkeiten der Krisenbewältigung (Thema der Erziehungswissenschaft).
Nach eine Pause stellte Frau Dr. Alexandra Georgescu ihr Forschungsgebiet vor, die soziale Neurowissenschaft: Dabei geht sie der Frage nach, was bei der zwischenmenschlichen Kommunikation im Gehirn passiert. Bei unterschiedlichen  Stimuli, zum Beispiel Gesichtern mit unterschiedlich langem Augenkontakt, werden Probanden nach ihrer Einschätzung zur Sympathie befragt. Dabei können durch bildgebende Verfahren die beteiligten Hirnareale bestimmt werden. Bei dem Vergleich mit Probanden zum Beispiel mit funktionalem Autismus lassen sich deutliche Unterschiede der beteiligten Hirnareale feststellen. Georgescu hofft, dass ihr Wissen auch die Therapie voranbringt.
Einen sehr spannenden Vortrag zum Zusammenhang von Struktur und Funktion hielt Frau Dr. Martina Minnerop. Sie begann mit einem  kurzen Überblick der an der Bewegung im Gehirn beteiligten Strukturen. Dann folgte die Vorstellung von verschiedenen Krankheitsbildern, die auftreten, wenn eine der beteiligten Strukturen im Gehirn ausfällt, zum Beispiel der prämotorische Cortex, der an der Planung einer Bewegung beteiligt ist. Gut veranschaulicht wurden die verschiedenen Störungen durch Videoaufnahmen von Patienten.
Nach der Mittagspause – es gab Gemüseauflauf und Chili con carne, sowie verschiedene Nachspeisen – hielt der Physiker Dr. Wieland Worthoff nach einen Vortrag zur Magnetresonanztomographie (MRT).
Schließlich fuhren wir um 15.28 Uhr mit der Rurtalbahn zurück. Okay, es war ein langer Tag, aber mal Campusluft zu schnuppern war etwas anderes als Schulalltag.

01. Februar 2015 Autor:  Martin Dieckmann 0 Kommentare

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