Berufsorientierung

Das Gymnasium Kreuzau bietet in mehreren Jahrgangsstufen die Gelegenheit, bei Praktika Berufswünsche zu entwickeln und sich von Mitarbeitern der Arbeitsagentur Düren beraten zu lassen. Unsere Lehrerin Christiane Kamarys betreut den Aufgabenbereich Berufsorientierung. 

Ab dem Schuljahr 2016/17 werden in Klasse 8 im Rahmen des Programms Kein Abschluss ohne Anschluss zwei Module eingeführt, die sich beide derzeit an unserer Schule in Vorbereitung befinden:

  • Alle Schülerinnen und Schüler nehmen an einer Potentialanalyse teil, die von einem externen Anbieter durchgeführt wird. Dabei erhalten die Jugendlichen Rückmeldungen zu ihren besonderen Stärken, die für eine Berufswahl von Bedeutung sein können.
  • Zusätzlich erhalten alle in Klasse 8 die Möglichkeit zu einer Berufsfelderkundung.

In der Klasse 9 gehört das Thema in den Fachunterricht in Deutsch und in Politik/ Wirtschaft (siehe auch unsere Übersicht zu den Lehrplänen).  Die Schülerinnen und Schüler beschäftigen sich mit den Veränderungen in der Arbeitswelt, erstellen Berufsprofile und üben sich in der Erstellung von Lebenslauf und Bewerbungsschreiben (worüber sie im Fach Deutsch auch eine Klassenarbeit schreiben). Alle 9. Klassen besuchen zudem einen ganzen Tag lang das Berufsinformationszentrum der Agentur für Arbeit in Düren.

Tipps für Bewerbungen und Muster für Anschreiben und Lebenslauf  enthält eine Broschüre, die hier zum Download zur Verfügung steht.

In der Einführunsgphase ist ein wenigstens einwöchiges Praktikum in der Regel in der Woche vor den Osterferien (und möglichst auch in der ersten Ferienwoche) für alle Schülerinnen und Schüler verpflichtend.

Regelmäßig finden Sprechstunden des Berufsberaters der Arbeitsagentur in der Schule statt. Weitere Infromationsveranstaltungen für Eltern und Schülerinnen und Schüler bieten wir in der Q1 an. Derzeit entwickeln und erproben wir Konzepte für eine Berufebörse, bei der regionale Unternehmen sich in der Schule präsentieren, und für eine „Studienberatung aus erster Hand“ durch ehemalige Schülerinnen und Schüler unserer Schule.

Neben den genannten Angeboten gibt es für Schülerinnen und Schüler auch die Möglichkeit, sich auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz oder -beruf mit Hilfe der Suchmaschine Aubi-Plus zu informieren – kosten- und registrierungsfrei. Die Suchmaschine ist ein Angebot der Aubi-Plus GmbH, einem Unterstützer unserer Berufsorientierung.

 Im Schuljahr 2014/ 2015 hat unsere ehemalige Schülerin Tabea Grube ihr Orientierungspraktikum in der Einführungsphase in der Redaktion der Fernsehzeitschrift „Prisma“ in Düsseldorf gemacht. Ihre Reportage über einen Tag im Praktikum zeigt, wie spannend Berufsorientierung sein kann:

Artikel, Interviews, Meetings – Ein Tag als echte Journalistin

Von unserer ehemaligen Schülerin Tabea Grube

8.45 Uhr. Freitag. Schon eine Woche meines Praktikums ist also vorbei. Zum Glück habe ich auch noch die freiwillige zweite Woche in den Osterferien in Anspruch genommen. Ich will Journalistin werden, am liebsten. Zumindest bis jetzt. Mal schauen ob sich das nach dem Praktikum beim Pressedienstleister Corps in Düsseldorf noch ändert. Ich darf für die Fernsehzeitschrift Prisma arbeiten und soll sogar einen eigenen Artikel schreiben, der dann vielleicht gedruckt wird. Sogar auf der ersten Seite, wie ich erfahren habe. Uff.

Noch eine Viertelstunde bis ich im Büro sein muss. Ein komischer Gedanke. Dann ist ja noch Zeit für einen „coffee to go“, so ganz businessmäßig. Und dann mit dem Fahrstuhl in den achten Stock. Ruhig bleiben, er wurde zwar schon 1958 gebaut und hält gerade zwei Personen aus, aber einfach Vertrauen haben.

Heil oben angekommen, Puh. Jetzt erst einmal den Computer einschalten und Mails checken. Oh, eine Antwort auf meine Interviewanfrage von gestern, dann kann ich ja gleich anrufen.

„Guten Morgen!“, das ist Birgit, eine der Redakteurinnen und meine Ansprechpartnerin. „Ich habe übrigens mit dem Chefredakteur der Prisma gesprochen. Dein Artikel wird gedruckt! Schick mir gleich einfach deine fertige Version mal ‚rüber und wir können zusammen drüberschauen. Und vergiss nicht: um elf ist Team-Meeting der Redaktion!“

Wow, was für ein Gedanke: Mein ganz eigener Artikel – veröffentlicht in einer echten Zeitschrift und gelesen von tausenden von Menschen! Irgendwie geht das nicht in meinen Kopf hinein. Also erst einmal den Artikel zu Ende schreiben.

Und dann geht’s zum Redaktionsmeeting. Da wird der redaktionelle Input besprochen, also zum Beispiel darüber entschieden, welche Themen neu in Angriff genommen werden, Ideen abgeglichen und der Stand der verschiedenen Arbeiten abgestimmt.

Jeder arbeitet an seinem Beitrag, welcher dann eingekürzt wird, um dann beim Layout mit Bildern abgestimmt und eingepasst zu werden. Und all das funktioniert einfach so. Ziemlich cool ein bißchen mitmischen zu können, zumindest für zwei Wochen, denke ich mir.

Oh. Das Telefoninterview von heute morgen. Das habe ich ja ganz vergessen. Zum Glück ist der Mann in der Leitung supernett und fragt, ob ich ihm die Fragen zur Bepflanzung in Innenräumen auch per Email senden kann. „Alles klar, danke sehr, tschüß!“

Jetzt erstmal Mittag machen. Mittlerweile ist es 14 Uhr. Das ging ja schnell. Entspannt durch Düsseldorf schlendern, einen großen Salat genießen und dann geht es auch schon zurück an die Arbeit. – Die Interview-Antworten sind ja schon da!

Da kommt Birgit noch einmal. „Dein Artikel ist richtig gut geworden, nur leider viel zu lang.Möchtest du dich selbst mal am Einkürzen versuchen?“

Klar, möchte ich. Einkürzen bedeutet, den Text auf die Länge zu bringen, die im Layout eingeplant ist, erklärt Birgit. Nicht jeder Text darf beliebig lang sein, sonst würde nur ein Wirrwarr aus Worten entstehen. Also muss ich meine Sätze kürzer fassen. Ist gar nicht so einfach, wenn diese nachher noch Sinn ergeben sollen. Aber mit ein bisschen Hilfe klappt es dann doch.

„So, dann ist dein erster Artikel jetzt fertig. Die Layout-Abteilung sucht noch ein passendes Bild ‚raus und dann wird er in der nächsten Prisma-Ausgabe abgedruckt.“

Sehr glücklich, und etwas müde, mit meinem ersten richtigen Artikel ausgedruckt in der Hand verlasse ich gegen 17 Uhr den klapprigen Fahrstuhl. Und morgen werde ich dann aus dem Innenraum-Bepflanzungs-Interview einen Artikel machen.

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