Krebspatient berichtet Schülern über seine Krankengeschichte

Eine spannende Exkursion führte Schülerinnen und Schüler unserer sechsten Klassen nach Aachen in den Hörsaal 1 der Universitätsklinik an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH). Unsere Lehrerin Tina Wittlinger hat sie mit anderen Kollegen dorthin begleitet und berichtet über die Vortragsveranstaltung zum Thema Rauchen.

In zwei Bussen fuhren 100 Schülerinnen und Schüler des sechsten Jahrgangs unserer Schule am 7.April 2014 in Begleitung von sechs Lehrkräften nach Aachen in die Uniklinik. Am Haupteingang werden wir empfangen und zum Hörsaal 1 gebracht. Dort findet eine Vorlesung zum Thema Rauchen statt, eine Vorlesung extra konzipiert für Schüler der Unterstufe. Was hat diese Altersstufe  mit Rauchen zu tun? – In der Regel noch nichts. Und damit das so bleibt, zeigen die Referenten unbeschönigt, was Zigarettenrauch in Lungenflügeln anrichtet.

Der Suchtfaktor des Nikotins ist allerdings so groß, dass man sehr schlecht wieder aufhören kann, auch wenn man über die Auswirkungen Bescheid weiß. In der achten Klasse haben die meisten schon einmal geraucht – dann ist der Zug für die Prävention abgefahren. Deshalb setzte die Veranstaltung vor dem ersten Griff zur Zigarette an.

Im ersten Teil seines Vortrags stellte Dr. Panse Fakten zum Rauchverhalten dar. An der bildlichen  Gegenüberstellung von Atmungsorganen gesunder Menschen und denen von Rauchern, werden die Veränderungen sehr deutlich sichtbar. Es gab Bilder von Hauptschlagadern, Herz und Lunge. Auch die vom Rauchen verursachten Krankheiten wie Lungenkrebs, Schlaganfall und Raucherbein wurden verständlich erklärt.

Natürlich sind auch Wasserpfeifen, Shisha genannt, ein Thema. Sie sind unter Jugendlichen beliebt und gelten bei den meisten Nutzern als harmlos. Der Vortrag erreicht auch in diesem Teil voll sein Ziel:  Die Aufmerksamkeit der Schüler ist groß und die Aktivität wird auch durch ein elektronisches Abstimmungsgerät eingefordert. Sie können zu bestimmten Fragen ihre Meinung per Knopfdruck abgeben. Hier ein Beispiel:

Eine Shisha-Sitzung ist so schädlich wie
…1 Kaugummizigarette
…1 Zigarette
…100 Filterzigaretten
…100 filterlose Zigaretten

Wie hätten Sie sich entschieden? 80 Prozent der Schüler haben sich für die dritte Möglichkeit entschieden. Richtig ist die vierte Möglichkeit!
Shisha ist auch deshalb so gefährlich, weil der Tabak durch Geschmacksstoffe verändert wird. Der feuchte Tabak schmeckt zum Beispiel nach Honig oder Kirsche. Außerdem wird der Rauch im Wasser der Pfeife so gekühlt, dass man ihn besonders tief einatmen kann und damit „bis in die letzte Ecke“ der Lunge kommt.
Nach der Pause konnten die Zuhörer mithilfe eines Films eine Lungenendoskopie verfolgen. Der Arzt erklärte die verwendeten Geräte und auch die Bilder, die mithilfe einer Kamera auf einen Bildschirm projiziert wurden. Durch eine Röntgenaufnahme hatte man bei dem untersuchten Patienten schon Lungenkrebs festgestellt. Mithilfe der Endoskopie konnten wir den Krebstumor sehen, der schon die ganze Lunge befallen hatte.

Mit viel Engagement ging der Referent zu Werke.

Mit viel Engagement ging der Referent Dr. Panse zu Werke.

Im letzten Teil der zweistündigen Vorlesung erzählte ein Patient, der im Uniklinikum wegen Lungenkrebs behandelt wird, von seiner Krankheit. Er trug ein Sauerstoffgerät mit sich, von dem durch Schläuche angereicherter Sauerstoff in die Nase geblasen wurde. Die Schüler stellten  ihm zu seiner Krankheit und zu seiner „Rauchergeschichte“ Fragen.

Die Fachschaft Biologie wäre schon zufrieden, wenn die Vorlesung in Aachen auch nur einen Schüler vom Rauchen abhielte und dankt dem Förderverein, der die Hälfte der Fahrtkosten übernommen hat.

14. April 2014 Autor:  Martin Dieckmann 0 Kommentare

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