Ein Zwischenstopp zwischen New York und Tokio in Kreuzau

Hiervon hörte auch die Kreuzauer Musiklehrerin Martina Zöllner, die sich umgehend um einen Termin bemühte. Aber natürlich hat ein Weltklassemusiker, der zwischen den Konzertsälen von New York, Tokio und Kopenhagen pendelt, nicht unbegrenzt Zeit für dieses Engangement. So kam es zu diesem recht kurzfristigen Termin. Zuvor hatte der Musiker seine Tochter noch zum Kindergarten gebracht und machte dann auf dem Rückweg Halt im Schulzentrum. So ergab sich die erste Überraschung für die Schüler des Gymnasiums: große Meister sind auch ganz normale Menschen, die nicht nur im Konzertfrack am Flügel sitzen. In so ungezwungener Atmosphäre stellten dann die Schüler Fragen zur Musik. Etwa, ob Lars Vogt lieber langsamere oder schnellere Stücke bevorzuge. Zur Beantwortung nicht nur dieser Frage spielte er dann einige Stücke vor und variierte deren Spielweise, sodass schnell deutlich wurde, dass er alle Spielarten wirklich glänzend beherrscht. Besonders interessant und vor allem für jüngere Schüler ungewohnt war die Tatsache, dass zum Klavierspielen auch ein ausgeprägtes Mienenspiel gehört. ‚Nur wenn man die Stücke mitfühlt, kann man sie richtig interpretieren’, erläuterte Vogt und gab gleich ein Beispiel, indem er ein Stück mit und ohne Emotionen vortrug.

Für viele Schüler war dieses Konzert die erste Begegnung mit klassischer Musik. Besonders in Form eines Live-Auftrittes. Vogt versuchte durch die Musikauswahl auch einen ersten Eindruck davon zu vermitteln, welche Facetten klassische Musik haben kann. Auf dem Programm standen unter anderem: A-Dur-Sonate von W.A. Mozart, ein Satz aus einem Klavierkonzert von Johannes Brahms und Leoº Janaçeks Klavierstück ‚Im Nebel’.
Insgesamt war der fast zweistündige Auftritt ein voller Erfolg. Falls es noch mal eine Lücke im Terminkalender sein sollte sagt das Gymnasium Kreuzau sehr gerne: Bühne frei für Lars Vogt!

16. Januar 2006 Autor:  Martin Dieckmann 0 Kommentare

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