Düstere Vision Dürrenmatts eindrucksvoll präsentiert: Literaturkurs des Gymnasiums Kreuzau spielt „Porträt eines Planeten“

Dürrenmatt selbst hatte sein Theaterstück über den  Niedergang der Erde und das Ende der Menschheit als „Übungsstück für Schauspieler“ bezeichnet. Der diesjährige Literaturkurs der Jahrgangsstufe Q1 präsentierte diese abenteuerliche Reise durch die Absurditäten der Menschheitsgeschichte an zwei Abenden am 13. und 14. Juni auf sehr eindrucksvolle Weise.

Unter der Regie ihres Lehrers Christian Ebbertz brachten die jungen Schauspielerinnen und Schauspieler die Überwindung des Kannibalismus und die Gewöhnung an tierische Nahrung, die Sinnlosigkeit des Strebens nach Geld und Geltung, die Schrecken des Vietnamkrieges und die Gewöhnung an das Sterben, die Irrationalität der Mächtigen und die Skrupellosigkeit des großen Geldes, die Absurdität des Drogenkonsums und die Unbarmherzigkeit des Rassismus auf die minimalistisch ausgestattete Bühne. Das – wie immer vom Technikteam überzeugend ins rechte Licht gerückte –  packende Spiel der mehr als 20 Akteure auf der Bühne ließ dem Publikum kaum Zeit zum Atemholen und mancher Lacher blieb dem Zuschauer sprichwörtlich im Halse stecken. Um so kräftiger fiel nach gut 90 Minuten der Schlussapplaus aus. Ein deutliches Zeichen, dass das Stück viel Stoff zum Nachdenken geliefert hatte und sich alle einig waren, dass die Jugendlichen das „Übungsstück“ mit Bravour gemeistert hatten.

In seinem abschließenden Dank an den Kurs und dessen Lehrer äußerte Schulleiter Wolfgang Arnoldt die Hoffnung, dass die jungen Leute aus der Beschäftigung mit der sehr dunklen Vision Dürrenmatts den Mut und die Energie schöpfen werden, die Wirklichkeit und deren ja auch heute sichtbare – und gelegentlich gefährliche – Absurditäten wahrzunehmen und sich ihnen wo nötig entgegenzustellen.

15. Juni 2016 Autor:  Wolfgang Arnoldt 0 Kommentare

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