Ein Stück Vergangenheit in der Schule

Auf Initiative des Geschichtslehrers Bernd Maurin wurde die Austellung in die Schule gebracht, wo sie die Schülerinnen und Schüler mit der – für sie fremden Erfahrung – konfrontieren soll. „Dabei bietet eine solche Ausstellung sehr viel intensivere Erfahrungen als es ein Lehrbuch je könnte!“, bestätigt auch Bernd Maurin die hohe Qualität der Ausstellung.

Zusammengestellt wurde die Ausstellung, zu der es auch einen begleitenden Band gibt, von der Arbeitsgemeinschaft der Archivarinnen und Archivare im Erftkreis. Auf 32 Schautafeln wird der Arbeitseinsatz in Landwirtschaft und Industrie, die Lebensumstände in den Lagern, die Überwachung und Bestrafung der Zwangsarbeiter dargestellt. In Vitrinen werden Gegenstände gezeigt, die von Zwangsarbeitern hergestellt wurden. Ganz bewusst will die Ausstellung deutlich machen: Zwangsarbeit war kein abstraktes Phänomen. Aus ihrer Heimat gegen ihren Willen verschleppte Frauen, Männer und Jugendliche wurden auch hier vor Ort in großer Zahl zwangsweise zur Arbeit eingesetzt.
Die aus dieser Zeit erhaltenen Dokumente in den Archiven sind für viele ehemalige Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter die letzte Hoffnung auf Anerkennung des Unrechts, das ihnen widerfahren ist. Mit ihrem Projekt möchte die Arbeitsgemeinschaft – über diese konkrete Hilfe hinaus – Zwangsarbeit in der Region darstellen und damit auch jener gedenken, für die nun jede Entschädigungszahlungen zu spät kommt. Die Wanderausstellung präsentiert zahlreiche, bislang zum größten Teil unbearbeitete und unveröffentlichte Quellen unterschiedlicher Gattung, die sich in den Archiven befinden: Fotos, Karteien, Baupläne, Polizeiprotokolle, Fahndungsaufrufe. Die Wanderausstellung konnte unter anderem mit finanzieller Unterstützung des Ministeriums für Städtebau und Wohnen, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen realisiert werden.
Für Kreuzauer Bürger ist die Ausstellung in der Woche vom 29. November bis zum 3. Dezember in der Zeit von 13.15 – 17.00 Uhr (Fr. 16.00 Uhr) geöffnet.

23. November 2004 Autor:  Martin Dieckmann 0 Kommentare

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