„Das sind sehr, sehr gute Neuigkeiten für mich als Ausländer in den USA“

Oskar Schulz hat 2018 am Gymnasium Kreuzau Abitur gemacht und studiert derzeit – von einer pandemie-bedingten Pause in London abgesehen – an der US-Eliteuniversität Harvard. Anlässlich des Wechsels von Donald Trump zu Joe Biden im Weißen Haus hat das Homepage-Team mit ihm gesprochen.

HP-Team: Hallo Oskar, Du hast sicher sehr gespannt die Auszählung der Stimmen verfolgt. Was bedeutet die Wahl von Joe Biden für Dich?

Oskar Schulz: Das sind sehr, sehr gute Neuigkeiten für mich als Ausländer in den USA. Ich bin wirklich sehr erleichtert; gerade am Anfang sah es ja noch so aus, als hätte Trump gute Chancen wiedergewählt zu werden. Das Ergebnis ist ein Grund zum Feiern. 

Unser ehemaliger Schüler Oskar Schulz studiert Volkswirtschaftslehre an der US-Elite-Universität Harvard.

HP-Team: Was hätte eine weitere Trump-Amtsperiode für Dich und Dein Studium bedeuten können?

Oskar Schulz: Mein Studium hätte es nicht direkt beeinflusst–die Zeit danach aber schon. Trump hätte es sehr schwierig für mich machen können, nach meinem Abschluss in den USA zu bleiben. 

HP-Team: Du machst gerade ein Jahr Pause vom Studium in den USA. Warum?

Oskar Schulz: Harvard macht wegen der Corona-Pandemie nur online Vorlesungen und der Campus ist für die meisten geschlossen. Das lohnt sich also nicht wirklich. Daher das gap-year. 

HP-Team: Und was machst Du stattdessen?

Oskar Schulz: Im Moment arbeite ich für ein junges High Tech-Unternehmen in London, das Anwendungen für die Blockchain-Technologie entwickelt. Ich versuche, den Verkauf der entwickelten Lösungen zu organisieren. Vorher habe ich bei Firmen gearbeitet, die mit Wertpapieren handeln. 

HP-Team: Was macht man in einem Finanzunternehmen?

Oskar Schulz: Ich habe zum Beispiel berechnet, wie sich Anlagemöglichkeiten durch die herrschende Inflation, also die Preissteigerungen, ändern. Dazu habe ich mir Daten aus sechs Ländern und den vergangenen 60 Jahren vorgenommen. Anhand der Zahlen habe ich das staatliche Budget-Defizit, also die neu aufgenommenen Staatsschulden, mit der Inflation in dem jeweiligen Land verglichen. Das Ergebnis: In entwickelten Volkswirtschaften wie Deutschland gibt es keinen statistischen Zusammenhang, aber in Entwicklungsländern schon.

Harvard-Studenten begegnen des öfteren prominenten Gästen der Elite-Uni. Hier ist es der britische Politiker John Bercow, bekannt für seine “Order”-Rufe in seiner damaligen Rolle als Sprecher des Unterhauses.

HP-Team: Wie sehen Deine Pläne für die kommenden Monate aus?

Oskar Schulz: Keine Ahnung. Erstmal werde ich in London bleiben und weiterarbeiten, aber je nachdem wie sich die Lage entwickelt, könnte es sein, dass ich im Frühjahr mein Studium wieder aufnehmen kann. Oder ich finde etwas anderes spannendes zu tun–Corona hat ja gezeigt, dass man flexibel sein muss. Mal schauen, wo es mich hinverschlägt. 

HP-Team: Was geht Dir durch den Kopf, wenn Du an Deine Zeit am Gymnasium Kreuzau zurückdenkst? 

Oskar Schulz: Nur positives (schmunzelt). Meine Schwester Pauline hat diesen Sommer Abi gemacht und bei der Zeugnisvergabe war ich nochmal in der Schule und habe einige Lehrer von weitem wiedergesehen. Da kamen viele Erinnerungen hoch.

Es ist ganz komische, dass das Kapitel Gymnasium Kreuzau, jetzt wo meine Schwester auch nicht mehr dort ist, ganz abgeschlossen ist. Aber irgendwie geht man ja doch nie so ganz, und vor allem komme ich 2038 wieder. Dann gräbt meine Stufe nämlich die Zeitkapsel aus, die wir nach dem Abi vergraben haben. In der Zwischenzeit wird mir das Gymnasium immer als der Ort in Erinnerung bleiben, an dem ich einige sehr gute Freunde kennengelernt habe. Für diese Bekanntschaften werde ich immer dankbar sein. 

04. Dezember 2020 Autor:  Martin Dieckmann 0 Kommentare

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