„Brücken bauen! Nichts liegt näher.“ Papierfabrik Niederauer Mühle und Gymnasium Kreuzau schließen Kooperationsvereinbarung

Eine bereits vor zwei Jahren begonnene Zusammenarbeit ist jetzt im Rahmen einer kleinen Feierstunde im Gymnasium  Kreuzau auch offiziell besiegelt worden. Die Papierfabrik Niederauer Mühle und das Gymnasium der Gemeinde Kreuzau sind von nun an Lernpartner im Rahmen der Initiative KURS (Kooperation Unternehmen der Region und Schulen). „Was liegt für unsere Schule – nicht nur im Wortsinne – näher als die Zusammenarbeit mit einem Unternehmen gleich auf der anderen Straßenseite?“ erklärte Schulleiter Wolfgang Arnoldt. Am Gymnasium seien Fragen der Gestaltung der Globalisierung und der Anwendung naturwissenschaftlicher Erkenntnisse vielfach Thema im Unterricht. Da könne der Austausch mit der Papierfabrik, die auf ihrem Gebiet zu den  führenden Unternehmen gehöre und sowohl naturwissenschaftlich interessante als auch in hohem Maße digitalisierte Produktionsanlagen betreibe, nur von Nutzen sein.

Claudia Autenrieb als Vertreterin des Unternehmens sieht in der Zusammenarbeit zudem eine gute Möglichkeit, jungen Menschen die Rahmenbedingungen, Chancen und Schwierigkeiten unternehmerischer Tätigkeit sehr anschaulich nahe zu bringen. „Wir wollen damit jungen Menschen auch Hilfen dabei geben, sich auf dem Weg ins Berufsleben zu orientieren und sich auf die Erwartungen von Betrieben einzustellen,“ so die Vertreterin des  Familienunternehmens.

  • Das Logo, das die Einladung zierte - Dank an unsere Kunstlehrerin Frau Brümmer!

Die zahlreichen Gäste der Ratifizierungsveranstaltung am Donnerstag, dem 21.09.2017

  • vier Mitglieder der Familie Autenrieb als einer der Eigentümerfamilien der Papierfabrik Niederauer Mühle und die fünf für die verscheidenen Ausbildungsbereiche in der Firma verantwortlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,
  • Bürgermeister Eßer, sein ständiger Vertreter Herr Schmühl und Schuldezernet Guido Steg sowie die Vorsitzende des Schulausschusses der Gemeinde, Frau Behrens- von Rautenfeld,
  • die Leiterin des Amtes für Schule, Bildung und Integration des Kreises Düren, Frau Haußmann und Frau Stollenwerk als Verantwortliche für das Projekt „Kein Abschluss ohne Anschluss“ beim Kreis Düren,
  • der stellvertretende Schulleiter Johannes Kaptain und Frau Kamarys als Berufswahlkoordinatorin und Herr Pütz als mit für die Kooperation verantwortliches Mitglied des Kollegiums
  • und schließlich die Klassen- und Stufensprecherinnen und -sprecher der Stufen 8 bis Q2

freuten sich an einem sehr bunten Rahmenprogramm und erfuhren manch Interessantes und Neues in den erfrischend kurzen Wortbeiträgen (s. die Bildergalerie).

Die Idee, die Partnerschaft dauerhafter anzulegen und auf eine feste Grundlage zu stellen, entstand beim letzten „Tag der Naturwissenschaften“ des Gymnasiums Kreuzau. Neben zahlreichen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die mit Vorträgen, Präsentationen und Experimenten aktuelle Fragen aus ihren Forschungen vorstellten, war  im September 2015 auch erstmals die Niederauer Mühle mit dabei und bot neben Informationen über ihre Firma auch Papierschöpfen für die jüngeren, Computersimulationen für die älteren Schülerinnen und Schüler sowie zwei Betriebsführungen für interessierte Gäste der Schulveranstaltung an.

In dem in der Folgezeit entwickelten Kooperationsvertrag, der Ende letzten Schuljahres von der Schulkonferenz und der Firmenleitung genehmigt wurde, sind bislang 11 verschiedene Vorhaben konkret benannt, 6 davon sollen schon im ersten Jahr verwirklicht werden. So werden z.B. im Fachunterricht Politik/Wirtschaft der 8. und 9. Klassen Betriebserkundungen vorbereitet, Schülerinnen der Oberstufe sollen Möglichkeiten eröffnet werden zu Fragen der Unternehmensgeschichte oder technischen und wirtschaftlichen Aspekten Facharbeiten als Ersatz für eine ihrer Klausuren zu schreiben. Später sollen dann auch Unterrichtsprojekte in den Gesellschafts- und Naturwissenschaften folgen. Schon in den nächsten Wochen sind interessierte Mitglieder des Lehrerkollegiums zu einer ausführlichen Betriebsführung eingeladen, damit sie sich ein Bild des neuen Kooperationspartners der Schule machen und auch selbst Ideen zur Ausgestaltung der Zusammenarbeit entwickeln können. Weitere Vorhaben für das laufende Schuljahr betreffen Berufsfelderkundungen und Praktika im Rahmen der Berufswahlvorbereitung am Gymnasium Kreuzau.

„Die Lernpartnerschaft ist ein geeignetes Mittel, realistische Berufswahlentscheidungen zu fördern“, sagte Michael Arth, stellvertretender Geschäftsführer der an der KURS-Initiative beteiligten Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen. „Sie ist aber auch ein Instrument für die Unternehmen, sich in Zeiten des demografischen Wandels Vorteile auf dem Ausbildungsmarkt zu verschaffen.“

KURS wird von der IHK Aachen, den IHKs Bonn/Rhein-Sieg und Köln sowie der Handwerkskammer zu Köln und der Kölner Bezirksregierung mit dem Ziel betrieben, Wirtschaft und Arbeitswelt ins Klassenzimmer zu bringen und die Schüler damit besser auf das Berufsleben vorzubereiten. „Wir arbeiten intensiv daran, jeder Schule einen verlässlichen Partner in der Wirtschaft zu vermitteln“, erklärte Martina Jordan die  verantwortliche KURS-Koordinatorin im Kreis Düren: „Unser Ziel ist die flächendeckende Vernetzung aller Schulen mit einem Partnerunternehmen.“

26. September 2017 Autor:  Wolfgang Arnoldt 0 Kommentare

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