„85 Prozent der Afghanen wollen Frieden“

„In Afghanistan herrscht kein Krieg“, stellte Walter Jertz klar, als er am Dienstag als Referent der Volkshochschule Düren Gast an unserer Schule war. Schließlich habe es nie eine Kriegserklärung gegeben und man könne keinen Kriegsgegner eindeutig benennen.

Allerdings stimme er mit der Wortwahl von Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg überein, dass die umgangssprachliche Definition von Krieg schon zutreffe. Dafür sprachen auch zahlreiche Fotos, die Jertz persönlich bei Truppenbesuchen in Afghanistan vom Leben seiner Soldaten und der Einheimischen sowie den Überbleibseln aus Jahrzehnten des (Bürger-)Kriegs gemacht hat.

Zwischen den drei Teilen von Jertz' Vortrag konnten unsere Schüler das Gesagte kommentieren.

Zwischen den drei Teilen von Jertz' Vortrag konnten unsere Schüler das Gesagte kommentieren.

Zu den Zielen der ISAF-Mission (International Security and Assistance Force) sagte er, man werde keine Demokratie nach westlichem Vorbild erreichen können. Das entspreche nicht der Mentalität der afghanischen Bevölkerung. Es gehe darum, Frieden zu schaffen: „85 Prozent der Afghanen wollen Frieden.“ Und der lasse sich nun einmal nicht ohne Waffen erhalten.

Einmal mehr hatte das Technik-Team den Ton im Griff.

Einmal mehr hatte das Technik-Team den Ton im Griff.

Deutsche Außenpolitik und speziell Auslandseinsätze der Bundeswehr gehören zum sozialwissenschaftlichen Unterricht der Oberstufe und wurden auch schon im Abitur thematisiert.

Deshalb hätten sich die Organisatoren von der Fachkonferenz Sozialwissenschaften gefreut, wenn die Schüler mehr Zeit zum Nachfragen gehabt hätten. Doch der Schneefall in der Nacht zum Dienstag verhinderte eine Verlängerung der Diskussion. Denn Jertz musste wegen des Schneematschs auf den Straßen eine längere Fahrt zum Anschlusstermin an einer Jülicher Schule einplanen. Mehr als genug Stoff für eine nachträgliche Debatte im Sozialwissenschaftsunterricht hat sein Gastvortrag auf jeden Fall geliefert.

Die Fachschaft Sozialwissenschaften bedankt sich beiunserem Hausmeister und seinem Personal sowie dem Technik-Team, organisiert von Arno Kraus.

30. November 2010 Autor:  Martin Dieckmann 0 Kommentare

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