Zukunft der Erde im Unterricht: Slow-Food zu Gast bei der 7c

Der Film „2040“, den die Klasse 7c während der Schulkinowochen sah, löste einiges aus am Gymnasium Kreuzau: Schüler*innen der Klasse gründeten kurzfristig mehrere Projektgruppen, darunter die „Ernährungsgruppe“, die sich mit der Zukunft der Lebensmittelherstellung angesichts des Klimawandels beschäftigt. Die Autoren des Films zeigen die anstehenden Veränderungen auf der Erde zum Beispiel in Sachen Nahrungsmittelproduktion nicht als bedrohliche Endzeitszenarien, sondern als Chancen für mehr Lebensqualität. Von dieser positiven Botschaft motiviert, starteten die Projektgruppen der 7c ihre Arbeit.

Die Ernährungsgruppe lud Fachleute ein – Slowfood Deutschland e.V., vertreten durch seine Aachener Gruppe, sagte als erstes zu. So interviewten Schülerinnen und Schüler der 7c am vergangenen Freitag Manfred Lieber, Mitglied des Leitungsteams in Aachen.

„Klassische, klein strukturierte Landwirtschaft,“ wolle Slow Food unter anderem unterstützen, erklärte Lieber auf die Frage, was die Ziele seines Engagements seien. „Gesunde Ernährung ist nur möglich, wenn man auch gut mit dem Boden umgeht.“ Wie ein Verein diese Art der Landwirtschaft fördern könne, wollten die jungen Interviewer auch wissen. Seine Gruppe stelle zum Beispiel Kontakte zwischen Landwirten und verarbeitenden Betrieben her, die regional hergestellte Lebensmittel nutzen wollen, antwortete Lieber. Solche Betriebe findet man dann auch im Genussführer, den Slow Food veröffentlicht.

Lieber berichtete auch von einem besonderen Projekt seiner Aachener Gruppe, dem Erhalt der Münsterbirne. Von der alten Obstsorte habe es zu Beginn des Slow-Food-Engagements nur noch rund 100 alte Bäume gegeben, erklärte Lieber seinen neugierigen Zuhörern. „Heute gibt es zusätzlich etwa 200 junge Bäume.“ Diese stünden zum Teil bei Privatleuten, denen Slow Food Aachen einen Münsterbirnen-Baum vermittelt habe. Möglich wurde das durch die Unterstützung einer Baumschule, die die alte Sorte vermehrt.

Das Interview mit Manfred Lieber plant die Ernährungsgruppe der 7c zu einem Film zusammenzuschneiden und dann der Schulöffentlichkeit zu präsentieren. In der Zwischenzeit hoffen die Schülerinnen und Schüler, Vertreter der Grünen zu einem Interview an ihrer Schule begrüßen zu können. Der Lebensmittelkonzern Rewe hatte der 7c eine Absage geschickt.   

Die Slow-Food-Initiative begann 1986 in Italien, als an einem zentralen Platz in Rom die erste McDonald’s-Filiale eröffnete. Nach eigenen Angaben ist sie „eine weltweite Bewegung, die sich für ein zukunftsfähiges Lebensmittelsystem einsetzt. Der Erhalt der bäuerlichen Landwirtschaft, des traditionellen Lebensmittelhandwerks und der regionalen Arten- und Sortenvielfalt sind für Slow Food ebenso wichtig wie eine faire Entlohnung für zukunftsfähig arbeitende Erzeuger und die Wertschätzung und der Genuss von Lebensmitteln.“

06. März 2020 Autor:  Martin Dieckmann 0 Kommentare

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