Wechselunterricht beliebter als Homeschooling

Clara Fieth und Ricardo Saad aus unserer Mittelstufe wünschten sich während der vergangenen Phasen des Distanzunterrichts Wechselunterricht – wenn schon normaler Präsenzunterricht mit allen Mitschülern im Schulgebäude angesichts der Corona-Lage nicht möglich ist. Homeschooling abwechselnd mit Präsenzunterricht erschien ihnen die beste Lösung zu sein. Beide fragten sich allerdings auch: Geht es anderen Schülerinnen und Schülern genauso?

Deshalb gestalteten sie mit Hilfe unseres Lehrers Holger Meuter eine Online-Umfrage.

Sie fragten 110 Mitschülerinnen und Mitschüler aus den Klassenstufen 7 bis 9 zum Beispiel nach der Qualität ihrer technischen Ausstattung und der Erreichbarkeit ihrer Lehrerinnen und Lehrer. Sie ließen die Befragten auch allgemein bewerten, wie gut sie sich betreut und informiert fühlten.

Pünktlich zum Wiederbeginn des Distanzunterrichts am Montag lagen die Ergebnisse der Umfrage vor: 45 Prozent der befragten Schülerinnen und Schüler wünschen sich den Wechselunterricht, wie er bis zum Ende der vergangenen Woche erteilt wurde. 17 Prozent der Teilnehmer sehnen die Rückkehr zum vollen Präsenzunterricht in der Schule herbei und 33 Prozent befürworten das Homeschooling. Als Gründe führten die Gymnasiastinnen und Gymnasiasten unter anderem das Infektionsrisiko an. Dem gegenüber steht vor allem der Wunsch, wieder unmittelbare soziale Kontakte zu haben.

Die Argumente für das in dieser Woche erneut praktizierte Homeschooling sind zum Beispiel, dass man sich besser konzentrieren könne, da man kein lautes Klassenumfeld hat. Auch der Umstand, dass der Weg zur Schule wegfällt und so mehr Zeit zum Schlafen bleibt, ist für viele Schülerinnen und Schüler unserer Mittelstufe wichtig. Sie finden mehrheitlich, dass die Belastung des Homeschoolings dennoch etwas höher ist als die des normalen Präsenzunterrichts.

„Die Umfrage spiegelt unter anderem die Vernunft unserer Schülerinnen und Schüler wider,“ sagte Lehrer Holger Meuter, der die Umfrage betreute, bei der Vorstellung der Ergebnisse. „Es wird deutlich, dass sie sich in der aktuellen Situation bewusst sind, dass ein vollständiger Präsenzunterricht nicht vertretbar beziehungsweise sinnvoll ist.“ Allerdings werde auch deutlich, wie groß der Wunsch bei Vielen sei, wieder in die Schule zu kommen.

Was die Gestaltung der Distanzunterrichts angeht, erhielt die Schule überwiegend positive Rückmeldungen: 90 Prozent der Befragten antworteten mit „Ja“ oder „Geht“ auf die Frage, ob sie sich mit ihren Problemen wahr- und ernstgenommen fühlen.

Bis zu fünf Sterne konnten die Umfrage-Teilnehmer bei der Frage vergeben, ob sie angesichts der Pandemie-Situation allgemein zufrieden mit ihrer Schule seien. 3,81 Punkte vergaben die Befragten im Durchschnitt.

„Auf so eine positive Rückmeldung nach Monaten ständig wechselnder Rahmenbedingungen können meine Kolleginnen und Kollegen sowie das Schulleitungsteam durchaus stolz sein,“ kommentierte Schulleiter Wolfgang Arnoldt die Umfrage-Ergebnisse. „Wir alle arbeiten täglich an der Optimierung der durch die Covid-19-Pandemie verschärften Lernbedingungen und freuen uns, wenn die deutliche Mehrheit unserer Mittelstufenschülerinnen und -schüler mit den Ergebnissen zumindest im Großen und Ganzen gut zurechtkommt.“

21. März 2021 Autor:  Martin Dieckmann 2 Kommentare
  • W. Arnoldt sagt:

    Liebe Clara, lieber Ricardo, herzlichen Dank für die tolle Idee und die – auch aus Sicht eines Sozialwissenschaftlers – ziemlich professionelle Befragung. Clara besucht unsere Klasse 8 und Ricardo geht in die 9. Klasse.

    Clara war Teilnehmerin des für besonders begabte Schüler*innen gedachten Kurses der 6. Klassen im Schuljahr 2018/19. Unser für die Bgabungsförderung verantwortlicher Kollege Holger Meuter hat daher auch das Projekt der beiden betreut. Toll, dass trotz aller coronabedingten Einschränkungen unsere Förderung besonders engagierter Schüler*innen sich auch in solchen Projekten wie der Umfrage von Carla und Ricardo niederschlägt! Und toll, dass Schüler*innen den Mut haben, sich in für sie interessanten Fragen zu engagieren – und dass ihre Idee bei so vielen Mitschüler*innen auf positive Resonanz gestoßen ist.

    Glückwunsch – danke – und: Weiter so!

  • Emmi Saad sagt:

    Ich bin sehr beeindruckt von der Initiative, dem reflektierten Denken der Fragen den und der Befragten und freue mich, dass diese Schule solche Projekte unterstützt und fördert. Weiter so, bleibt kritisch und hinterfragt Regelungen! Zeigt den Erwachsenen, dass sie Euch hören müssen, denn es geht um Euere – und damit unser aller – Zukunft. Ihr könnt stolz auf Euch sein.

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