Sowi-Kurs interviewt Titanic-Chefredakteur per Videokonferenz

„Es geht nicht darum, Leuten etwas beizubringen,“ erklärte Moritz Hürtgen, Chefredakteur des Satire-Magazins Titanic dem Kurs Sozialwissenschaften in der Einführungsphase vergangenen Freitag auf die Frage, welche Aufgabe Satire in einer Demokratie habe. „Das wäre Kabarett.“ Satire, wie sie die Titanic mache, solle alle Leserinnen und Leser zum Weiterdenken bewegen, egal welcher politischen Richtung sie zuzurechnen seien. „Wenn wir politische Witze machen, sollte sich niemand damit wohlfühlen.“

Die Kommunikationsplattform Teams und die Kurzdistanzbeamer, die an unserer Schule zur Verfügung stehen, ermöglichen auch kurzfristige Video-Besprechungen.

Die Videokonferenz mit dem Satiriker fand im Sowi-Unterricht statt. Der EF-Kurs hatte zuvor mit Blick auf die Anschläge auf Lehrer, Journalisten und das französische Satire-Magazin Charlie Hebdo über Wert und Grenzen von Meinungsfreiheit diskutiert. Die Schüler*innen interessierten sich auch dafür, wie jemand darüber denkt, der täglich entscheiden muss, ob ein Beitrag nicht die Grenzen der Meinungsfreiheit überschreitet. Daraufhin stellte eine Schülerin Kontakt zu Moritz Hürtgen her, der sich sofort zu einem virtuellen Treffen bereiterklärte.

Zwei Schülerinnen führten das Gespräch und stellten die zuvor im Kurs gesammelten Fragen.

Die Redaktion entscheide sich in erster Linie für solche Beiträge, die die Mitglieder lustig fänden, erklärte er. Witze über nicht in der Öffentlichkeit stehende Einzelpersonen schafften es nicht über diese Hürde – Prominente wie Angela Merkel müssten sich Scherze allerdings schon gefallen lassen. „Durch Satire wirken Staatschefs weniger mächtig,“ schrieb ein Schüler des Sozialwissenschaftskurses nach dem Gespräch zu seinen Erkenntnissen. Deshalb könne Satire grade heute einen Beitrag zur Demokratie leisten – darin war sich der Kurs in der Nachbesprechung der Videokonferenz einig.

07. Dezember 2020 Autor:  Martin Dieckmann 1 Kommentar

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