Information und Begegnung am zweiten Tag für Flüchtlinge

Zum zweiten Mal lud das Gymnasium Kreuzau zwei seiner Jahrgangsstufen ein, sich Informationen aus erster Hand zur Flüchtlingssituation in Kreuzau und im Kreis Düren zu verschaffen und im persönlichen Kontakt selbst einige der Hilfesuchenden kennen zu lernen.

Wie viele Flüchtlinge leben eigentlich zurzeit in Kreuzau? Wie läuft ein Asylverfahren ab, welche Rechte haben Asylbewerber? Welche Erfahrungen haben Flüchtlinge in ihren Heimatländern und auf dem Weg nach Deutschland gemacht, wie geht es Ihnen jetzt bei uns? Wo wird dringend Hilfe und Unterstützung gebraucht? – Diese und ähnliche Fragen beschäftigten über 200 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen Q2 und 9 des Gymnasiums Kreuzau am Donnerstag, dem 14. Januar.

An fünf Stationen, die zwischen 9 und 12.30 Uhr von allen Teilnehmern besucht wurden, gab es unter anderem Informationen vom Sozialdezernenten der Gemeinde Kreuzau, Guido Steg, von Sozialarbeiterin Claudia Hoffmann, Mitarbeiterin des Zentrums für Sozial- und Migrationsberatung der Evangelischen Gemeinde zu Düren, von Pfarrer Martin Gaevert und Cristina Lyon und weiteren Mitgliedern der örtlichen Initiative „Welcome in Kreuzau“. Zusammen mit diesen waren auch zahlreiche der in Kreuzau lebenden Flüchtlinge in die Schule gekommen und hatten sich bereit erklärt, in kleineren Gruppen mit den Schülerinnen und Schülern zu sprechen, von ihren Erfahrungen zu erzählen und Fragen der Jugendlichen zu beantworten.

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Auf Karten zeigten die Gäste ihre Fluchtrouten und beschrieben, mit welchen Schwierigkeiten ihr Weg nach Deutschland verbunden war.

Schülersprecherin Julia Prinz und andere Mitglieder der Schülervertretung stellten schließlich an einer weiteren Station zahlreiche Möglichkeiten des eigenen Engagements vor. Schulleiter Wolfgang Arnoldt hatte beim kurzen Eröffnungsplenum betont, gerade angesichts von Ängsten und Unsicherheiten nach den Ereignissen der Silvesternacht sei es um so wichtiger, dass Jugendliche sich ein durchdachtes und auf Wissen und Nachdenken statt auf Stimmungen gegründetes Urteil bilden könnten. Und die Schule wolle gemäß ihrem im Oktober beschlossenen Leitbild zum Schulprogramm „soziales Engagement in und außerhalb der Schule fördern.“

Die Jugendlichen gaben beim abschließenden Plenum überaus positive Rückmeldungen zum zweiten „Tag für Flüchtlinge“. Im November vergangenen Jahres hatte das Gymnasium Kreuzau bereits eine erste Veranstaltung dieser Art für zwei andere Jahrgangsstufen der Oberstufe ausgerichtet. Besonders beeindruckt zeigten sich die Teilnehmer des jüngsten „Tags für Flüchtlinge“ von den Begegnungen und Gesprächen mit den Asylsuchenden selbst, „über die man sonst ja nur in der Zeitung liest“. Viele der Informationen seien für sie neu gewesen und hätten nachdenklich gemacht oder das Interesse geweckt, mehr zu erfahren. Julia Prinz freute sich vor allem vor allem über die zahlreichen Eintragungen in die von der Schülervertretung an einer der 5 Stationen erläuterten Listen: Da wurde vielfach Hilfe beim Deutschunterricht angeboten. Zahlreiche Schüler wollen zu Hause vorschlagen, dass ihre Familie sich an der Aktion „Dinner for two“ der Welcome-Initiative beteiligt und einmal zwei Flüchtlinge zum Abendessen einlädt. Andere werden nun der Initiative bei der Erstellung einer Homepage behilflich sein oder wollen Fußball mit den überwiegend jungen Flüchtlingen spielen.

Zum Abschluss des Vormittages überreichte der Informatikkurs von Lehrer Karsten Engelmann der Flüchtlingsinitiative drei Desktop-PCs. Sie waren in einem Computerraum ersetzt worden und die Schüler hatten sie runderneuert. Nun sollen sie in den Unterkünften der Flüchtlinge unter anderem mit Programmen für das Deutschlernen in Eigenregie genutzt werden.

17. Januar 2016 Autor:  Wolfgang Arnoldt 0 Kommentare

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