Premiere: Hase, Hase

Zu Beginn des Stückes scheint die Welt der Familie „Hase“ noch intakt: Die Söhne Bébert (Sebastian Bauer) und Jeannot (Michael Paulus) schicken sich an Karriere zu machen und der jüngste Sohn „hase“ (Marvin Laskawy) hat gerade erfolgreich die Schule gemeistert. Auch die Zukunft der beiden Töchter scheint gesichert: Beide haben wohlsituierte Lebenspartner gefunden. Also scheint einem Aufstieg der Familie aus den ärmlichen Verhältnissen der Unterschicht nichts mehr entgegenzustehen.
Doch dann trifft die Realität die Familie und zerstört das scheinbare Glück. Jeannot wird als Terrorist verfolgt und flüchtet sich in das Elternhaus. Von da an entwickelt sich das Stück sehr rasant, denn nun jagt eine Hiobsbotschaft die nächste: der Vater verliert seine Arbeit, Hase muss die Schule verlassen und die Töchter trennen sich von ihren Partnern. Die zunehmende Aggressivität zwischen den Familienmitgliedern wird durch die immer weiter zugestellte Bühne eindrucksvoll unterstrichen. Parallel zum Unglück der Familie kommt es zum Militärputsch. Mit der Verhaftung Béberts vermischen sich beide Ebenen, sodass sich private und gesellschaftliche Tragödie vereinen. Höhepunkt des unter der Anleitung von Christian Ebbertz inszenierten Stück ist der scheinbare Tod des jüngsten Sohns Hase, der von seinen außerirdischen Freunden zurückgeholt wird, um die Familie vor der endgültigen Katastrophe zu retten, denn offensichtlich sind die Menschen selbst nicht in der Lage ihre eigenen Probleme zu lösen.
Mit viel Engagement und Talent spielten die Schüler das anspruchvolle Stück und begeisterten so die anwesenden Zuschauer.

08. Juli 2004 Autor:  Martin Dieckmann 0 Kommentare

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