Konfliktvermeidung & Konfliktlösung – Diskussion mit Bundeswehr und pax christi

Müssen Konflikte eigentlich immer weitergehen? Diese bestürzende Frage stellten sich die Schüler eines Geschichtszusatzkurses am Ende einer Unterrichtreihe über den Nahost-Konflikt. Vertreter der Bundeswehr und von pax christi sollten ihnen am 12.3.2008 mögliche Antworten bieten.

Unerwartet aufschlussreich wurde die Information, als klar wurde, dass beide Gäste auf einen gemeinsamen, unmittelbaren Erfahrungshorizont zurückgreifen konnten, den Konfliktbereich Bosnien und Kroatien, indem alternative Friedensmodelle genutzt werden.

Die Leistung von Streitkräften, also auch der Bundeswehr, könne nur im Auseinanderhalten der Konfliktparteien bestehen. Im Nachgang von Kriegen müssten dauerhafte Lösungen, der Aufbau zivilrechtlicher Strukturen, von Nichtregierungsorganisationen (NGOs) wie pax

christi geleistet werden. In den lang anhaltenden Konflikten habe das Misstrauen insbesondere bei den jüngeren Generationen zugenommen. Man habe im wahrsten Sinne des Wortes verlernt miteinander reden zu können. Das gemeinsame Serbokroatisch Jugoslawiens sei regionalen Sprachen gewichen. Alle an einen Tisch zu bekommen, sei damit die schwierige, aber notwendige Basis der Entspannung. Auch dann würden die Fortschritte in kleinen Schritten gemacht. Trotzdem bleibe der Erfolg ungewiss. Habe man in Kroatien im Laufe von acht Jahre den Status der Nachhaltigkeit erreicht, sei in Bosnien eine latente Angst vor einem erneuten Kriegsausbruch spürbar.

Resümierend konnte also auch das hoch interessante alternative Friedensmodell die ursprüngliche Nachdenklichkeit der Schüler nicht beseitigen.

14. März 2009 Autor:  Martin Dieckmann 0 Kommentare

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