Jugendliche stark machen – Schule öffnen: erstes Stärkenseminar am Gymnasium Kreuzau

„So viel Positives habe ich noch nie an einem Schultag über mich gehört,“ sagte am Donnerstag, 24. September, ein Schüler nach dem ersten Stärkenseminar am Gymnasium Kreuzau. Denn an diesem Tag ging es für die Klasse 8b nur um Fähigkeiten und positive Eigenschaften – nicht um Fehlerzahlen und Noten. „Wir wollen mit dem Stärkenseminar auch über den heutigen Tag hinaus eine veränderte Sicht ermöglichen – der Schüler auf sich selber und auch von uns Lehrern auf unsere Klassen“, so Lehrer Martin Dieckmann, der den Tag zusammen mit einer Gruppe junger Lehrerinnen und Lehrer initiiert und organisiert hatte.

IMG_0530breitEinen Tag lang hatte die 8b, aufgeteilt in drei Gruppen von je neun bis zehn Jugendlichen, Gruppen- und Einzelaufgaben bearbeitet, wie es sie im Schulalltag sonst nicht gibt: Es galt, ein Ei mit Hilfe von Strohhalmen und Klebeband und in Absprache mit der Gruppe so einzupacken, dass es einen Fall aus zweieinhalb Metern Höhe übersteht. Dazu kam eine Präsentation zu einem frei gewählten Thema, der Bau eines Hausmodells aus Pappe und mehrere andere Aufträge. So ergaben sich viele Gelegenheiten, auch solche Stärken zu zeigen, die sonst im Unterricht nicht im Vordergrund stehen.

Bei der Arbeit schauten pro Gruppe drei bis vier Beobachter zu, zum Beispiel die Architekten Volker Monath und Robert Schumacher, Sparkassen-Filialleiter Stefan Bongard, für die Volksbank Julia Baggeler, Renate Gast vom Pfarrgemeinderat, die selbstständige Unternehmerin Gabriele Decker, Elvira Lawrenz vom Vorstand des Fördervereins des Gymnasiums. Mit dabei waren ebenso die beiden Fraktionsvorsitzenden der CDU und von Bündnis 90 Die Grünen im Kreuzauer Rat, Dr. Ralf Nolten und Astrid Hohn sowie Schulseelsorgerin Claudia Weyermann. Sie sollten sich mit unvoreingenommenem Blick ein Bild von den Schülerinnen und Schülern machen. Zweimal im Lauf des Seminars waren die Schülerinnen und Schüler mit ihren drei Beobachtern allein und bekamen eine Rückmeldung über die beobachteten Stärken.

Die Klasse und die Beobachter äußerten sich gleichermaßen positiv über den ersten Probelauf eines solchen Seminars. Ebenso Schulleiter Wolfgang Arnoldt: „Das Stärkenseminar öffnet unsere Schule weiter für Menschen, Institutionen und Unternehmen aus unserem Einzugsgebiet und stellt gleichzeitig eine große Chance dar, wichtige und oft vernachlässigte Stärken von Jugendlichen sichtbar zu machen und zu fördern.“ Arnoldt bedankte sich sowohl bei den Beobachtern, die den Jugendlichen einen ganz Tag lang ihre Zeit gewidmet und sie mit viel Lob bestärkt hatten, als auch bei der Gruppe junger Lehrerinnen und Lehrern seiner Schule, die sich zusammengefunden hat, um die Arbeit am Gymnasium der Gemeinde Kreuzau langfristig mitzugestalten. Motiviert durch einen Besuch an der Anne-Frank-Schule in Bargteheide bei Hamburg – Trägerin des Deutschen Schulpreises im Jahr 2013 – hatte die Gruppe seit Anfang Januar das nun umgesetzte Pilotprojekt „Stärkenseminar“ mit der 8b geplant und vorbereitet – und fasst nach der erfolgreichen Premiere nun die nächsten Seminare mit den beiden anderen 8. Klassen ins Auge.

28. September 2015 Autor:  Wolfgang Arnoldt 0 Kommentare

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