Grüße aus den USA: „Kreuzau City Gang“ unterwegs

Zwölf Jugendliche aus unserer Einführungsphase hatten in diesem Jahr das Glück (und die Ehre), an dem Austausch mit Dochester-County, Maryland, USA teilnehmen zu dürfen. Sie starteten schon zwei Tage vor Ferienbeginn und kehren Ende der ersten Schulwoche  wieder zurück.

Wir freuen uns über die Bilder, die uns aus New York erreicht haben und über einen ebenso ausführlichen wie amüsanten Bericht von Jennifer Danecki und Jonas Weber.

Wir wünschen der Gruppe und ihren Begleiterinnen, Frau Bossen und Frau von Hoegen, noch ein paar interessante letzte Tage und eine sichere Rückkehr nach Kreuzau!

 

Grüße aus den Staaten!

Auch dieses Jahr sind wieder ein paar unserer schönsten und klügsten Schüler zusammen mit Frau Bossen und Frau von Hoegen in die fernen Vereinigten Staaten aufgebrochen. Diese kriminelle Vereinigung ist dem FBI und der Homeland Security unter dem Decknamen „Kreuzau City Gang“ bekannt. Nach langem Warten traf sich dann die, den Umständen entsprechend tiefenentspannte Gruppe, um sich gemeinsam auf die lange und nervenaufreibende Reise zu machen. Um 13.30 Uhr des 19.10. betraten unsere mutigen Helden den gefährlichsten Ort, den man sich auf Erden vorstellen kann: Die Economy Class eines Airbus A330. Trotz nicht immer ganz vertrauenswürdiger Flugpraktiken seitens unseres Captains sind wir dann doch sicher und geschüttelt, nicht gerührt, am Flughafen London Heathrow gelandet, von wo aus wir uns auf den Weg Richtung neue Welt gemacht haben, weitaus weniger spektakulär als der erste Flug.

Nach mehr oder weniger schlafend verbrachten acht Stunden Flugzeit sahen wir herab auf unsere Heimat auf Zeit: NEW YORK CITY. Am Flughafen angekommen, glücklicherweise mit sämtlichen Gepäckstücken und Schülern sowie Lehrerinnen, verließen wir nach kleineren Gefechten mit einem amerikanischen Getränkeautomaten sowie einem Missverständnis mit den örtlichen Behörden den Flughafen, genossen die frische New Yorker Luft und den durchweg fließenden Verkehr innerhalb der Stadt. Eine weitere Erfrischung brachte unser Fahrer, der bei 18° C das dringende Bedürfnis hatte, die Klimaanlage seines Fahrzeugs voll auszulasten, eine in diesen Landen weit verbreitete Gewohnheit.

Angekommen in unserem 5-Sterne-Deluxe-Hostel, besuchten die Schüler Jens O. und Jonas W. das kulinarische Etablissement Adam’s, in dem ein Mann namens Jimmy die kulinarischen Höhepunkte des Kontinents servierte: New Yorker Bagels. Das im Volksmund genannte Deli wurde von da an zum Stammlokal unserer Reisegruppe, egal zu welcher Tageszeit (10 Uhr abends ein Bagel? Kein Ding für’n King!).

Erster Tag New York

Wie vielen von Ihnen, den geschätzten Lesern dieses Artikels, bekannt sein dürfte, ist die Stadt nicht unwesentlich größer als Kreuzau. Die Unterschiede mögen zwar auf den ersten Blick nur minimal erscheinen, verfestigen sich aber mit zunehmend länger werdenden Aufenthalt durchaus. Mit dem sogenannten Subway, nicht zu verwechseln mit dem bekannten und beliebten Fast-Food-Restaurant, ging es zur Fähre, die uns zur Statue of Liberty brachte, welche nun doch etwas beeindruckte Schüler hinterließ. Die insgesamt 789645789975 Bilder, die dabei geschossen wurden, haben die Spionageserver der NSA für mehrere Stunden lahmgelegt. Sorry about that! Auch Ellis Island, welche in der Vergangenheit für viele Deutsche die ersten Schritte auf amerikanischem Boden bedeutete, durfte auf dem Programmzettel nicht fehlen. Später am Tag wurden die Wall Street, zukünftiger Arbeitsplatz unserer Eliteschüler, und das erste Kaufhaus besucht (das erste in einer sehr langen Reihe…). Auch nahmen wir unserer erstes amerikanisches Mittagessen zu uns, hauptsächlich bestehend aus Burgern, Pommes, Hot Dogs und ähnlichen gesunden Speisen und Getränken. Um das perfekte Bild zu erlangen, wurden keine Kosten und Mühen gescheut und wir überquerten die, in vielen amerikanischen Filmen von mehr oder minder hohen Qualität gezeigten, Brooklyn Bridge, um vom anderen Ufer aus den Sonnenuntergang über Manhattan zu fotografieren, nur um dann wieder zurück nach Manhattan zu laufen. Wie Sie sehen, ist unsere Gruppe sehr daran interessiert, die erworbenen Kalorien wieder loszuwerden. Nichtsdestotrotz muss man gestehen, dass man eine solch fantastische Aussicht in Kreuzau nur sehr selten zu Gesicht bekommt. Die letzte Station dieses Tages bildete der berühmte Times Square, welcher mit seinen vielen Lichtern und Videowänden zu Shopping und Epilepsie anregt. Danach kehrten wir leicht paralysiert ins Hostel zurück. Die meisten unserer hochmotivierten Schüler fielen an diesem Abend jedoch sehr früh der Müdigkeit zum Opfer.

Zweiter Tag in New York

Am zweiten Tag, nach einem Frühstück bei Jimmy oder im Hostel (Jimmy ist allerdings allgemein in besserer Erinnerung geblieben), musste das Kaufhaus Macy’s einen Ansturm an kauflustigen Deutschen bewältigen, welche Waren im Wert von mehreren Millionen U.S. $ erwarben. Nachdem die allgemeine Shoppingsucht befriedigt war, und die Konten unserer geschätzten Eltern ziemlich in Mitleidenschaft gezogen worden waren, ging es über die grüne High Line weiter in Richtung Broadway, ebenfalls eine Straße, von der die meisten bereits das ein oder andere Wort gehört hatten. Die Erwartungen der Schüler wurden mehr als übertroffen. Das Burgerrestaurant Five Guys diente an diesem Tag der unverschämt hohen Zufuhr von Kalorien. Beim Shopping am Broadway gaben sich alle aber beste Mühe, diese wieder abzutrainieren, die meisten mit sichtbarem Erfolg. Um natürlich den kulturellen Aspekt dieser Reise nicht zu vernachlässigen, wurde bei einem kleinen Ausflug nach China, dem ein oder anderen als Chinatown geläufig, ein beispielloses musikalisches Schauspiel dargeboten, was unsere Schülerinnen und Schüler dazu veranlasste, aus Ehrfurcht die Flucht zu ergreifen. Um den Überblick zu behalten, ging es zu später Stunde noch zum „Top of the Rocks“, der Spitze eines der höchsten Gebäude in ganz New York, dem Rockefeller Center. Es gab Einzelfälle, die davon berichteten, der Ausblick wäre beeindruckender gewesen als die berühmten Wolkenkratzer unserer Metropole Kreuzau, aber das waren natürlich nur sehr bedauerliche Einzelfälle. Um den Tag ausklingen zu lassen, hielten wir uns noch eine Stunde auf dem Times Square auf, dann war es aber auch schon wieder Zeit, in unser Luxusho(s)tel zurückzukehren.

Dritter und letzter Tag in New York

Die stets energetische „Kreuzau City Gang“ nahm sich an diesem letzten Tag vor, etwas zu finden, was wir vielleicht doch besser können als die New Yorker. Und wir sind fündig geworden! Denn in Sachen Wäldern sind wir in der Eifel einfach unschlagbar. Tatsächlich sind wir zu dem Entschluss gekommen, dass der Nationalpark Eifel etwas größer ist als der Central Park. Verrückte Sache, nicht wahr? Dennoch mussten wir dann um 14.00 Uhr Ortszeit New York „Lebewohl“ sagen, aber man sieht sich ja bekanntlich immer zweimal im Leben, oder? Nun, unser Busfahrer war sehr daran interessiert, dass uns unter keinen Umständen zu warm würde und traf entsprechende Sicherheitsvorkehrungen (Klimaanlage auf Maximum, versteht sich). Unsere noch coolere „Kreuzau City Gang“ trennte sich dann an diesem Abend zum ersten Mal, als wir uns auf die Gastfamilien aufteilten.

Unsere ersten Tage in der High School

Nach einem zweistündigen Fog Delay (zu Deutsch: Nebelverzögerung) ging es dann gegen gemütliche zehn Uhr morgens in die Cambridge-South Dorchester High School, unsere Partnerschule. Dort verbrachten wir unseren ersten amerikanischen Schultag inklusive zwei sehr aufschlussreichen Deutschstunden, einem weniger aufschlussreichen Football-Spiel und abendlichem Welcome-Dinner mit den Gastfamilien. Am zweiten Tag erkundeten wir Dorchester County inklusive Nationalpark und Harriet-Tubman-Museum (wenn Sie nicht wissen wer Harriet Tubman war, fragen Sie bitte Google, wir werden das hier nicht erklären). Mittlerweile kommen wir doch etwas besser mit dem hiesigen Schulsystem zurecht, sodass man vielleicht nicht detaillierter auf den Schulalltag eingehen muss. Erwähnenswert ist, dass beim Cross-Country-Lauf am Mittwoch die CSD-Schulmannschaft der Jungen den zweiten Platz belegte und ein paar unserer Schüler live dabei waren.
Mittwoch ging es dann nach Baltimore, wo wir gemeinsam mit amerikanischen Schülern das National Aquarium besuchten, eine ziemlich große und beeindruckende Ansammlung an Fischen, Delfinen, Haien und sonstigen Meerestieren deren Namen wir weder korrekt aufschreiben noch aussprechen können. Von daher bleiben wir vielleicht bei der Beschreibung „WOW“, welche wahrscheinlich die Eindrücke aller Schüler einschließt. Nach einem vorzüglichen Mittagessen bei der Fast-Food-Kette Chick-fil-A, Fachgebiet Hühnchen, statteten wir dem in der ganzen Nation bekannten Fort McHenry einen Besuch ab. Für die unwissenden Deutschen, die sich jetzt fragen, was das bitte für ein Fort ist, erklären wir jetzt mal eben, was dieses Fort für die Amerikaner bedeutet. Über eine Schlacht um das Fort und das dahinterliegende Baltimore gegen die Briten wurde die berühmte amerikanische Nationalhymne, „The Star-Spangled Banner“, geschrieben. Daher ist dieser Ort eine nationale Gedenkstätte und will dementsprechend auch gut besucht werden.

In der ersten Woche gab es noch einen Besuch inklusive Mittagessen im DCTC, dem Dorchester Career & Technologies Center, und ein Footballspiel, aus dem die C-SD-Mannschaft siegreich hervorging. Das Wochenende verbrachten unsere Schüler alleine mit den Gastfamilien, es wurden viele schöne Ausflüge und Fotos gemacht, aber es würde den Rahmen dieses Berichts sprengen, alles aufzuzählen. Somit verabschieden wir uns und genießen unsere letzte Woche auf der anderen Seite des Atlantiks.

Von Jennifer Danecki und Jonas Weber

05. November 2017 Autor:  Wolfgang Arnoldt 0 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Zur Desktop Ansicht wechseln