„Fliehen müssen stellt das Leben auf den Kopf!“ – missio-Truck zu Gast in Nideggen und in Kreuzau

Bereits zum dritten Mal hatten die Sekundarschule Kreuzau/Nideggen und das Gymnasium der Gemeinde Kreuzau gemeinsam die katholische Hilfsorganisation Missio eingeladen. Deren Truck ist eine mobile, interaktive Ausstellung zum Thema Flucht. Die Schülerinnen und Schüler bekommen anfangs eine Rolle zugeteilt. Sie beginnen zum Beispiel als Straßenhändler in der Kivu-Region im Kongo. Plötzliche Ereignisse zwingen sie zur Flucht.

Am Mittwoch, dem 27.03.2019 hatten zunächst die Schülerinnen und Schüler des Standorts Nideggen der Sekundarschule die Gelegenheit zum Besuch des Trucks, am Donnerstag waren die Sekundarschülerinnen und –schüler in Kreuzau eingeladen, bevor am Freitag die 8. Klassen des Gymnasiums an der Reihe waren.

Das Szenario des missio-Trucks macht die tatsächlichen Probleme vieler Menschen im Kongo für die Jugendlichen nachvollziehbar: Die Bodenschätze der Region, zum Beispiel Coltan-Vorkommen, ermöglichen den herrschenden Kriegsherren große Gewinne. Entsprechend umkämpft ist vor allem die Kivu-Region, wo die Minen liegen. Die Armeen der Warlords verschleppen immer wieder Menschen, zwingen sie zur Arbeit im Bergbau, Vergewaltigungen sind häufig.

Einzelne Schicksale Betroffener lernten die Schülerinnen und Schüler schon in einer Einführungsveranstaltung kennen, die sie auf die Fluchterfahrung im Truck vorbereitet. Referenten von missio erläuterten anhand kurzer Filmsequenzen Fluchtursachen und die anarchischen Zustände im Ost-Kongo. Das Nacherleben einer konkreten Fluchtsituation im Truck war dann für die Jugendlichen besonders eindrucksvoll. Enstsprechend dem Konzept des missio-Trucks steht dabei insbesondere die Lebensleistung von Flüchtlingen im Mittelpunkt, auch in widrigen Lebensumständen Würde zu bewahren, zu lernen und die eigene Entwicklung in die Hand zu nehmen. „Wenn ich gewusst hätte, wie wichtig Ausweisdokumente sind….ich bin glatt gescheitert..“, so äußerten sich einige der Schüler nachdenklich und beeindruckt angesichts der bedrückenden Erfahrungen, die sie im Truck „live“ erleben konnten.

Wie im vergangenen Jahr liegt es den Schüler*innen und auch Kolleg*innen am Herzen, selbst tätig zu werden und nicht wegzuschauen. Es wird weiterhin im Sekretariat in der Sekundarschule (Standort Kreuzau) eine Sammelstelle für alte Handys eingerichtet sein. Über 100 Millionen ausgediente Handys liegen nach Schätzung von Experten ungenutzt in deutschen Schubladen. Haben Sie auch ein Mobiltelefon zu Hause, das Sie nicht mehr benötigen und das eigentlich nur unnötig Platz braucht? Wenn Sie alte Handys spenden, bewirken Sie damit viel Gutes. Mit der Aktion „Handy recyclen – Gutes tun“ kann doppelt geholfen werden. Zum einen werden die in den Althandys enthaltenen wertvollen Rohstoffe in Europa aufbereitet und wiederverwendet. Zum anderen erhält missio von der Verwertungsfirma Mobile-Box für jedes recycelte Handy einen Teil des Erlöses für Hilfsprojekte im Kongo.

Marion Ahaus, Sekundarschule Kreuzau/Nideggen

Wolfgang Arnoldt, Gymnasium Kreuzau

04. April 2019 Autor:  Wolfgang Arnoldt 0 Kommentare

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