Du hast fünf Minuten zum Packen – Interaktive Ausstellung über Flucht aus dem Kongo

Nach einer Coronapause im vergangenen Jahr, hatten die Sekundarschule Kreuzau/Nideggen und das Gymnasium der Gemeinde Kreuzau zum vierten Mal gemeinsam die katholische Hilfsorganisation Missio eingeladen. In der Woche vom 08.11. bis 12.11. war deren Truck erneut auf beiden Schulhöfen – in Nideggen und Kreuzau – zu Gast. Der missio-Truck ist eine mobile, interaktive Ausstellung zum Thema Flucht. Die Schülerinnen und Schüler schlüpfen im Truck in die Rolle eines Flüchtlings. Sie beginnen zum Beispiel als Straßenhändler in der Kivu-Region im Kongo. Plötzliche Ereignisse zwingen sie zur Flucht.

Das Szenario des missio-Trucks macht die tatsächlichen Probleme vieler Menschen im Kongo für die Jugendlichen nachvollziehbar: Die Bodenschätze der Region, zum Beispiel Coltan-Vorkommen, ermöglichen den herrschenden Kriegsherren große Gewinne. Entsprechend umkämpft ist vor allem die Kivu-Region, wo die Minen liegen. Die Armeen der Warlords verschleppen immer wieder Menschen, zwingen sie zur Arbeit im Bergbau, Vergewaltigungen sind häufig.

Rollenkarte im Missio-Truck

Einzelne Schicksale Betroffener lernten die Schülerinnen und Schüler schon in einer Einführungsveranstaltung kennen, die sie auf die Fluchterfahrung im Truck vorbereitet. Referenten von missio erläuterten anhand kurzer Filmsequenzen Fluchtursachen und die anarchischen Zustände im Ost-Kongo. Das Nacherleben einer konkreten Fluchtsituation im Truck war dann für die Jugendlichen besonders eindrucksvoll. Enstsprechend dem Konzept des missio-Trucks steht dabei insbesondere die Lebensleistung von Flüchtlingen im Mittelpunkt, auch in widrigen Lebensumständen Würde zu bewahren, zu lernen und die eigene Entwicklung in die Hand zu nehmen.

Wie im vergangenen Jahr liegt es den Schüler*innen und auch Kolleg*innen am Herzen, selbst tätig zu werden und nicht wegzuschauen. Es wird weiterhin im Sekretariat in der Sekundarschule (Standort Kreuzau) wie auch des Gymnasiums eine Sammelstelle für alte Handys eingerichtet sein. Über 200 Millionen ausgediente Handys liegen nach Schätzung von Experten ungenutzt in deutschen Schubladen. Haben Sie auch ein Mobiltelefon zu Hause, das Sie nicht mehr benötigen und das eigentlich nur unnötig Platz braucht? Wenn Sie alte Handys spenden, bewirken Sie damit viel Gutes. Mit der Aktion “Handy recyclen – Gutes tun” kann doppelt geholfen werden. Zum einen werden die in den Althandys enthaltenen wertvollen Rohstoffe in Europa aufbereitet und wiederverwendet. Zum anderen erhält missio von der Verwertungsfirma Mobile-Box für jedes recycelte Handy einen Teil des Erlöses für Hilfsprojekte im Kongo.

24. November 2021 Autor:  Karsten Engelmann 0 Kommentare

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