Christian Ohleff aus Jakobwüllesheim erlebte den Zweiten Weltkrieg als Kind

Von unserem Schüler Leon Heck

Wir besuchten mit unserer Klasse 9d und Herrn Maurin das Seniorenheim in Kreuzau, um dort mit den Einwohnern über den Zweiten Weltkrieg zu sprechen. Zu viert durften wir Herrn Ohleff zu dem Thema befragen.
Heute lebt Christian Ohleff, geboren 1932 in Jakobwüllesheim, mit seiner
Frau im Seniorenheim Kreuzau. Er war sieben Jahre alt, als der Zweite Weltkrieg ausbrach, und zwölf Jahre alt als er endete.

Schülerinnen und Schüler haben das Glück, Zeitzeugen zur nationalsozialistischen Diktatur und ihre Kriegserfahrungen befragen zu können. Die 9d hat sie genutzt.

Schülerinnen und Schüler hatten die Chance, Zeitzeugen zur nationalsozialistischen Diktatur und Kriegserfahrungen befragen zu können. Die 9d hat sie gut genutzt.

Damals besuchte er die Volksschule und er erinnert sich an die ersten Luftangriffe: ,,Dann wurde es immer hektisch, alle mussten in den Keller, dort saß man dann und musste abwarten bis die Geräusche verschwunden waren.‘‘
Er lebte damals bei seinen Großeltern, mit seinen Geschwistern, die einen bäuerlichen Betrieb besaßen. Es gab einen Angriff auf Düren, den Herr Ohleff hautnah miterlebte. Sie waren gerade auf dem Feld bei Erntearbeiten. Die Front kam immer näher, er sah sogar Panzer durchs Kalltal fahren.
Nun wurde es für Familie Ohleff unumgänglich: Sie mussten fliehen. Der Vater war schon zum Kriegsdienst eingezogen worden. Über Nacht fuhr die Familie Ohleff dann bis nach Wolfenbüttel. Dort lebten sie auf einem Bauernhof. Daran kann sich Herr Ohleff noch erinnern, als wäre es gestern gewesen. Zu dieser Zeit hatte die Familie genug zu essen, aber wenig Geld. Dann kamen wieder Panzer mit Soldaten: ,,Die‘‘, sagte Christian Ohleff, ,,gaben uns immer etwas Schokolade, es waren Amerikaner, dann waren wir immer glücklich, sie waren freundlich und haben mit uns geredet.‘‘  Seine Schwester starb in der Evakuierungszeit, sein Vater ist im Krieg bei einer Verschiffung nach Dänemark gefallen.
Seine Frau lernte Herr Ohleff auf dem Hof in Wolfenbüttel kennen. Sie arbeitete dort als Dienstmädchen. Christian Ohleff heiratete mit 18 Jahren. Gemeinsam gingen sie 1960 zurück nach Jakobwüllesheim und bauten dort ein Haus.
Sie bekamen neun Kinder, davon sind eine Tochter und ein Sohn leider schon gestorben. 1961 kauften sie ihren ersten Fernseher.
Herr Ohleff arbeitete 30 Jahre lang in der Zuckerfabrik Düren. Davon erzählt er stolz: ,,Noch heute bekomme ich jedes Jahr 50 Euro Weihnachtsgeld und eine Marzipantorte.‘‘
Seit 2013 lebt er gemeinsam mit seiner Frau im Seniorenheim. Sein Leben ist vom Krieg gezeichnet, hat es seitdem aber gut mit ihm gemeint. Er macht einen zufriedenen und glücklichen Eindruck. Es war nett mit ihm über all die Dinge zu reden. Danke, Herr Ohleff!

29. März 2015 Autor:  Martin Dieckmann 0 Kommentare

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