Umgang mit Sterben, Tod und Trauer: Zwei besondere Projekttage am Gymnasium Kreuzau.

In unserer Gesellschaft gelten die Themen Sterben, Tod und Trauer immer noch als Tabu-Themen. Aber gerade für Jugendliche ist der Tod eines geliebten Menschen eine einschneidende Erfahrung. Ihnen fehlt oft – wie auch vielen Erwachsenen – die Sprach- und Handlungsfähigkeit mit diesem Thema und den eigenen Erfahrungen umzugehen. Neben dem Zuhause ist die Schule der Ort, an dem sie miteinander über dieses Thema sprechen können.

Aus diesem Grunde gibt es ein Projekt für ehrenamtliche HospizmitarbeiterInnen und LehrerInnen, das am Zentrum für Palliativmedizin der Uniklinik Köln entwickelt wurde und das diesem Thema Eingang in die Jahrgangsstufen 9 – 13 weiterführender Schulen verschaffen soll. Unterstützt wird das Projekt vom Bundesfamilienministerium sowie vom Deutschen Hospiz- und PalliativVerband.

Ein Pilotprojekt für den Kreis Düren fand jetzt am Gymnasium Kreuzau an zwei Schulvormittagen in einer Klasse 9 statt. Die Schüler und Schülerinnen hatten die Gelegenheit sich durch Selbsterfahrungsübungen, Rollenspiele, Filmbeiträge, Kreativarbeiten und Kurzvorträge mit den Themen Sterben, Tod und Trauer auseinanderzusetzen, was sie mit großem Interesse und großer Bereitschaft taten. Nach eigenen Aussagen bereicherten sie am meisten die Themenbereiche „Umgang mit sterbenskranken Menschen“ und „Umgang mit trauernden Menschen“ im Sinne einer persönlichen Vorbereitung auf spätere Lebenssituationen. Zum Thema „Umgang mit eigener Trauer“ hätten sie sich noch mehr Zeit gewünscht.

Die positiven Erfahrungen mit diesem Pilotprojekt bestärken den Schulleiter des Gymnasiums Kreuzau, Wolfgang Arnoldt, in seinen Überlegungen, diese Projekttage in Zukunft für alle neunten Klassen einzuführen.

DSC_0294

Frau Gerda Graf, Ehrenvorsitzende des Deutschen Hospiz- und Palliativverbandes, und Frau Bärbel Balicki-Dahlmanns, Lehrerin am Gymnasium Kreuzau und Teilnehmerin einer Projekt-Schulung an der Mildred-Scheel-Akademie in Köln, leiteten das Projekt. Beide abeiten auch auf Bundesebene für die landesweite Implementierung dieser Projekttage an weiterführenden Schulen. Besonders Frau Graf kann dabei auf ihre umfassenden Erfahrungen in der Umsetzung der bundesweiten Implementierung des von ihr mitbegründeten Projektes „Hospiz macht Schule“ für Grundschulen zurückgreifen.

16. März 2016 Autor:  Wolfgang Arnoldt 0 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Zur Desktop Ansicht wechseln