Drängeln im Dunkeln

Ein Kommentar von Martin Dieckmann

Je dunkler es morgens auf dem Weg zur Schule ist, desto vorsichtiger fahre ich – auch wegen dem Frost, der uns in den jüngsten Tagen die Röte ins Gesicht treibt. Vielmehr Vorsicht verordne ich mir allerdings wegen einiger unserer Schüler – sie fahren zum Teil ohne Licht am Fahrrad, auf der falschen Straßenseite und gegen die Fahrtrichtung. Das heißt, ich sehe manch einen Radler erst eine halbe Sekunde, bevor er kurz vor der Motorhaube meines Wagens die Straße überquert.

Wenige Dinge wären mir so unangenehm, wie einen anderen Menschen bei einem Unfall zu verletzen. Deshalb ärgere ich mich oft auch über Fußgänger, wenn ich gegen 7.25 Uhr durch den Üdinger Weg und die Eifelstraße fahre: Viele Schülerinnen und Schüler scheinen sich nicht bewusst zu sein, dass sie wesentlich gefährlicher leben, wenn sie nicht auf, sondern neben dem Bürgersteig herlaufen. Wer noch nie selber ein Auto gesteuert hat mag es nicht glauben, ich sage aber: Geht auf dem Bürgersteig, denn die Autofahrer sehen Fußgänger grade in so engen Straßen mit parkenden Wagen spät. Gleichzeitig müssen sie dem Gegenverkehr und den parkenden Autos ausweichen.

Dagegen ließe sich sagen: Fahren sie doch über Windener Weg, Mühlengasse und Hauptstraße zur Schule. Doch dort ist es nicht minder eng, es parken auf beiden Straßenseiten Autos und auch hier gibt es Fahrradfahrer ohne Licht und Fußgänger, denen es offenbar wichtiger ist, in einer Dreier- oder Viererreihe nebeneinander her zu gehen als sicher zur Schule zu kommen.

Eine Minderheit von Sorglosen gefährdet sich und andere auf dem Schulweg. Deshalb appelliere ich an die Sorglosen: Haltet Licht und auch Bremsen am Fahrrad in Schuss und fahrt und geht dort, wo Autofahrer mit Euch rechnen. Und die Vielen, die sich an die Regeln halten, fordere ich auf: Traut Euch, den Sorglosen etwas zu sagen. Denn auch, wenn einer von denen in einen Unfall verwickelt würde und nicht ihr selber: Ein Verletzter auf der Straße verdirbt allen Beteiligten den Tag – allen voran dem Angefahrenen, allerdings auch dem betroffenen Autofahrer und auch allen, die einen solchen Unfall sehen.

Tipps zur Fahrradbeleuchtung gibt es beim Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) e.V..

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