Schulprofil
Als sich die Gemeinde Kreuzau 1992 entschloss, mit der Gründung eines Gymnasiums das Schulangebot für die Kreuzauer Jugend (und auch für die Jugendlichen aus Nideggen und Hürtgenwald) zu komplettieren, war für die Gymnasiasten die Zeit der aufwändigen Fahrerei nach Düren zu Ende. Schon im Sommer 1993 vertrauten 73 Eltern aus Kreuzau, Nideggen und Hürtgenwald ihre Kinder dem neuen Gymnasium an. Das Interesse an der neuen Schule war groß, die Neugier der Eltern und ihrer Kinder, wie sie sich wohl entwickeln würde, enorm.

Groß war aber auch das Engagement der Gemeinde Kreuzau, die am Standort von Haupt- und Realschule ab 1994 eine komplett neue Schule in drei Bauabschnitten errichten und einrichten ließ. Trotz knapper Finanzen waren sich Gemeinde und Schule darin einig, dass man eine gut ausgestattete, freundlich wirkende Schule schaffen wollte, die als Lern- und Lebensraum für die Kinder und Jugendlichen attraktiv sein sollte. Das weitläufige Gelände bot ausreichend Platz für die neuen Gebäude und auch nach Fertigstellung aller Bauten ist das Außengelände vergleichsweise großzügig und mit seinem alten Baumbestand sehr reizvoll. Die Unterrichtsräume sind hell und freundlich gestaltet, die Ausstattung der Fachräume mit Lehr- und Lernmitteln deutlich über dem Durchschnitt anderer Schulen.

Schon bald nach Fertigstellung der ersten Bauabschnitte investierte die Gemeinde dann auch in eine weitere Sporthalle, so dass neben Sportbad und Außensportanlagen ausreichend Platz für sportliche Aktivität gegeben ist. Eine Erweiterung der Außensportanlagen ist nun in Planung.
Mit diesen 'Vorleistungen' hat die Gemeinde die Voraussetzungen für eine wohnortnahe Schule mit all ihren Vorteilen geschaffen: Die Kinder wechseln aus der Grundschule in die weiterführende Schule und bleiben mit ihren Freunden aus der Nachbarschaft zusammen. Weniger Schulwegzeit wird vertan, was insbesondere wichtig wird, wenn wie in Zukunft der Umfang des Unterrichts über die 6. Stunde hinaus zunehmen wird. Gerade für die Kinder aus Kreuzau (immerhin rund die Hälfte) bedeutet die Nähe zur Schule auch, dass außerunterrichtliche Angebote am Nachmittag (wie beispielsweise Volleyball- oder Zirkus-AG) wahrgenommen werden können, ohne dass man wieder mit dem Bus fahren muss oder die Eltern für den Transport sorgen müssen. Aber auch für die Eltern bietet die Nähe zur Schule Vorteile: Da die Eltern aus der Nachbarschaft ihre Kinder zur gleichen Schule schicken, weiß man besser Bescheid, Eltern sind 'näher dran', können sich stärker einbringen.

Die anfängliche Skepsis, ob dieses neue Gymnasium Bestand haben würde, legte sich sehr schnell und die Anmeldezahlen stiegen von Jahr zu Jahr, wozu sicherlich auch das Unterrichtsangebot des Gymnasiums beigetragen hat: Da anders als in Städten die Eltern in der Gemeinde Kreuzau keine Wahl zwischen verschiedenen Gymnasien mit spezifischen Bildungsgängen haben, muss unser Unterrichtsangebot für alle Gymnasiasten attraktiv sein. Deshalb entspricht es den üblichen Standards. So bietet die Schule beispielsweise im Bereich der Fremdsprachen die klassischen Fächer an: Englisch, Latein, Französisch und Spanisch. Überdurchschnittlich stark wählen unsere Schülerinnen und Schüler aber auch die naturwissenschaftlichen Fächer: Was anderswo an größeren Schulen und selbst in Kooperation mehrerer Schulen nicht immer gelingt, ist am Kreuzauer Gymnasium Standard: Mehrere naturwissenschaftliche Angebote im Bereich der differenzierten Mittelstufe, und in der gymnasialen Oberstufe gibt es Leistungskurse nicht nur in den üblichen Kernfächern Deutsch, Englisch und Mathematik, sondern auch in Biologie und immer wieder auch in Chemie und Physik. Groß ist auch das Interesse an Spanisch und Kunst als Leistungskursen.
Neben dem Fachunterricht ist es der Schule wichtig mit den Eltern gemeinsam allmählich den Erfahrungshorizont der Jugendlichen zu erweitern. Dazu gehört es, ihnen Angebote zu machen, wie sie über den Unterricht hinaus Erfahrungen mit anderen Kulturräumen gewinnen können. Daher hat die Schule frühzeitig begonnen ein Austauschprogramm aufzubauen. Durch die enge Partnerschaft mit Schulen in England, Frankreich, Polen und demnächst hoffentlich in den USA und Spanien wird unseren Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit geboten, für einige Tage zu erfahren, wie sinnvoll der Erwerb von Fremdsprachen ist, aber auch wie es ist, mit bis dahin fremden Menschen zusammen zu leben. Darüber hinaus beobachten wir in den letzten Jahren ein steigendes Interesse an längerfristigen Aufenthalten im Ausland, was die Schule durch Beratung und Kontakte nachdrücklich unterstützt.
Dass das Unterrichtsangebot in den allermeisten Fällen den Wünschen der Jugendlichen und Eltern entgegenkommt, beweist die sehr kleine Zahl derer, die am Ende der Jgst. 10 an ein anderes Gymnasium wechselt. Attraktiv erscheint das Gymnasium aber auch für die Real- und Hauptschüler aus Kreuzau und Nideggen, die mit erfolgreichem 10er-Abschluss ihre Schullaufbahn bei uns fortsetzen, was ihnen zu einem guten Teil auch mit großem Erfolg gelingt. Gewiss trägt dazu auch die gute Kooperation zwischen den Schulen des Schulzentrums bei, die in den nächsten Jahren weiter intensiviert werden soll. Das Zusammenleben in einem Schulzentrum hat sich jedenfalls entgegen mancher Unkenrufe als recht unproblematische herausgestellt.

Fünf Jahrgänge haben in den vergangenen Jahren an dieser noch jungen Schule ihre Ausbildung mit dem Abitur abgeschlossen. Dass die Schule die landesüblichen Qualitätsstandards halten kann, beweisen die Rückmeldungen der Schulaufsicht, die insbesondere bei den ersten Abiturprüfungen ein kritisches Auge auf die junge Schule warf. Aber auch die in den letzten beiden Jahren neu eingeführten Lernstandserhebungen in der Jgst. 9 zeigen, dass die Schule die Erwartungen erfüllen kann. Mit großer Intensität befasst sich das Kollegium derzeit mit de Vorbereitung auf die ersten zentralen Prüfungen: Die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 10 legen im Frühjahr die Zentrale Prüfung 10 ab, die Jahrgangsstufe 13 legt zum ersten Mal ein Zentralabitur ab. Die einzelnen Fachschaften der Schule beteiligen sich intensiv am Gedankenaustausch mit den Schulaufsichtsbehörden und teilen dort ihre Erfahrungen mit den ersten Probeläufen mit. Die Diskussion mit der Schulaufsicht in Köln und Düsseldorf hat gewiss auch dazu beigetragen, dass die Ministerin im September 2006 dem Schulzentrum einen Besuch abstattete und intensiv mit den Kolleginnen und Kollegen der drei Schulen über schulpolitische Entwicklungen diskutierte.

Nun will Schule selbst in Zeiten zentraler Prüfungen nicht zur Lernfabrik werden, denn für das Lernverhalten der Jugendlichen und ihren Lernerfolg ist neben dem Unterricht auch wichtig, wie die Schule als Lebensraum gestaltet ist. Schülerinnen und Schüler müssen sich angenommen fühlen, müssen mitreden können, sich wohlfühlen im Kreis ihrer Klassen und Kurse. Dazu gehört individuelle Förderung (z.B. über Wettbewerbe in Mathematik, Teilnahme an 'Jugend forscht', hausinterne Wettbewerbe in Chemie) ebenso wie Theaterspiel und kreatives Schaffen in der Kunst und Musik. Etwa die Hälfte aller Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 12 nimmt an Literaturkursen teil, was meist in Inszenierungen von Theaterstücken mündet. Seit es vor fünf Jahren den ersten Literaturkurs gab, bietet die Schülerschaft im Sommer gegen Ende des Schuljahres eine ganze Reihe von Theateraufführungen, die komplettiert werden durch Vorstellungen einzelner Klassen und durch den jährlich stattfindenden Kunstsalon. Dort werden die Produkte des Kunstunterrichts den Mitschülerinnen und Mitschülern sowie den Eltern präsentiert. Im Aufbau ist nun auch ein Schulorchester.

Gästen unserer Schule fällt bei Besuchen immer wieder positiv auf, dass die Schüler des Gymnasiums Kreuzau einen freundlichen, aufgeschlossenen Eindruck auf sie machen. Aus Lehrersicht lässt sich dies nur bestätigen: Unsere Schülerschaft ist engagiert und immer wieder aktiv auch über den Unterricht hinaus. So tragen die Schülerinnen und Schüler ganz maßgeblich zum Schulleben bei, indem sie in Eigenregie eine mehrfach preisgekrönte Schülerzeitung herausgeben, die neben der Schulhomepage zu einem wichtigen Kommunikationsinstrument geworden ist. Engagiert sind sie natürlich auch bei Schulfesten oder Rockkonzerten, bei denen Schülerbands im Forum der Schule auftraten und beim Betrieb des Kiosk.

Die Elternschaft, die dieser 'Schule vor Ort' so viel näher steht als anderswo, beobachtet verständlicherweise aufmerksam-kritisch das Geschehen. Aber sie engagiert sich auch in erheblichem Maße: Nicht nur weil mehr als ein Drittel der Eltern Mitglied im Förderverein der Schule ist. Vor allem unterstützen Eltern täglich die Arbeit dieser Schule, indem sie im Kiosk Dienst tun und in der großen, gut ausgestatteten Mediothek. Dort hat ein Team von Schülermüttern eine perfekt funktionierende Bibliothek mit elektronischer Buchausleihe und Computerarbeitsplätzen aufgebaut.
Seit nunmehr dreizehn Jahren ist das Gymnasium fester Bestandteil des Bildungsangebotes in der Gemeinde Kreuzau und für Schülerinnen und Schüler aus den südlichen Ortsteilen von Düren sowie der Stadt Nideggen und den zugehörigen Gemeinden. Derzeit besuchen rund 900 Jugendliche das Gymnasium und werden dort von 56 Lehrkräften unterrichtet.
Das Erreichte und die Akzeptanz der Schule in der Bevölkerung ist dennoch kein Grund, die Hände in den Schoß zu legen. Vieles gilt es weiter zu entwickeln. Dazu gehört nicht nur die arbeitsintensive Umstellung der Schule auf den acht- statt bisher neunjährigen Bildungsgang und die gezielte Vorbereitung der Schülerschaft auf zentrale Prüfungen. Zur Weiterentwicklung einer Schule gehört es auch, die Qualität des Unterrichts ständig zu verbessern. Mit der Ausweitung der Unterrichtszeit über 13 Uhr hinaus entsteht auch die Notwendigkeit, in naher Zukunft über ein qualifiziertes Nachmittagsangebot nachzudenken. Wichtig aber ist, bei all dem nicht aus dem Blick zu verlieren, worum es geht: Um eine gute Ausbildung unserer Jugendlichen und - in enger Kooperation mit den Eltern - unseren Beitrag zu ihrer Erziehung.
Unterseiten
10 Tage Vorschau
- Montag, der 6. September 2010
- 1. Schulpflegschaftssitzung
- Donnerstag, der 9. September 2010 19:00
- 1. Pflegschaftssitzung Jgst. 5
Kurznachrichten
- Das neue Halbjahr kann kommen!
- Der Stundenplan für das Schuljahr 2010/2011, 1. Halbjahr ist ab sofort hier verfügbar.
- Neues Logo veröffentlicht
- Endlich hat auch das Gymnasium Kreuzau ein eigenes Logo!



