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Hexenjagd am Gymnasium Kreuzau


Unter Generalverdacht: Getrieben von Aberglauben und Rachsucht steht am Ende jeder unter Verdacht eine Hexe zu sein. Die Wahrheit bleibt dabei vor Gericht auf der Strecke.
Wie aus einem eher harmlosen Kinderstreich eine Katastrophe werden kann, zeigten die Schülerinnen und Schüler des Literaturkurses des Gymnasiums Kreuzau. Mit großem Elan brachten sie dieses Stück auf die Bühne, das eindrucksvoll davon erzählt, dass man manchmal nur das sehen will, was man sehen möchte.

Denn das Drama basiert auf wahren Begebenheiten aus dem 17. Jahrhundert und wurde vom Autor in der Ära des US-Senators McCarthy als Spiegel zur Kommunistenjagd in den USA verfasst. Mit teils dramatischen Verhören und Szenen konnten die Schülerinnen und Schüler unter Leitung von Lehrerin Barbara Mertens sehr eindrucksvoll die Mechanismen derartiger Gerichtsprozesse darstellen, bei denen Menschen angetrieben von Ideologien und Irrglauben zum Richter über andere Menschen werden. So wurde dem Kreuzauer Publikum eindrucksvoll anhand der Figur der Abigail Williams vor Augen geführt, wie persönliche Rachsucht und politisches Klima sich zu einer tödlichen Mixtur entwickeln können. Obwohl es sich um einen schwierigen Stoff handelt, wurden die Gäste gut unterhalten und diese gingen trotz teilweiser komödiantischen Einlagen während der Verhöre durchaus nachdenklich nach Hause.
von Stephan Deister am 18.06.2006 um 22:10 Uhr | 867 mal gelesen

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